HSV-FaClub Matz ab

          since Nov. 2011  

 

Wir befinden uns im Jahre 2021 n. Chr. Tief im Herzen der Rhein-Neckar-Region hat sich seit neun Jahren mit dem SV Sandhausen so etwas wie das gallische Dorf des deutschen Profifußballes etabliert. Ganz so alt wie der Dorfälteste Methusalix aus den berühmten Asteric-Comics ist der SVS zwar noch nicht, hat aber seit seiner Gründung 1916 beachtliches geleistet. Auf der deutsche Fußballlandkarte zählt die Gemeinde Sandhausen mit rund 14.500 Einwohnern zu den eher beschaulichen Orten. Verstecken muss sich der Verein aus dem Hardtwald hingegen nicht: Seit Jahren wird beim SVS mit vergleichsweise kleinen Mitteln solide gearbeitet und hat in seiner bisherigen LIgazugehörigkeit nicht wenigen arrivierten Vereinen Punkte stibitzt. Wer denkt dabei nicht an das 1 : 5 im heimischen Volkspark, was eine weiteres Jahr Kontaktverbot für den HSV und die Bundesliga bedeutete.

Jahr für Jahr wurde der SV Sandhausen als potentieller Abstiegskandidat gehandelt und immer wieder konnte man sich letztendlich in der Liga behaupten. Nach der erfolgreichen vergangenen Saison, die man auf einen historischen zehnten Platz beendete,  gab man sich in Sandhausen ungewohnt selbstbewusst: Das erklärte Saisonziel war die obere Tabellenhälfte, zumal mit Daniel Keita-Ruel, Alexander Esswein und Diego Contento namhafte Akteure verpflichtet wurden.

Nachdem die bis dato unbeugsamen Gallier ein ums andere Mal vom „ Schlachtfeld“ als Verlierer schlichen und auch der Zaubertrank von Uwe Koschinat nicht mehr wirkte, sollte Ende November 2020 Michael Schiele den Erfolg zurück bringen. Nach mageren 3 Siegen und einem Remis mußte der EX-Würzburger im Februar 2021 für den Interimstrainer Gerhard  Kleppinger Platz machen, der den Absturz bis auf Tabellenplatz 17 bisher auch nicht aufhalten konnte. 

Nach einer 14 tägigen auferlegten Quarantäne nach div. positiven Test bei der Mannschaft konnte der SVS erstmals am Montag dieser Woche wieder in ein Gemeinschaftstraining einsteigen. Von den am Coronavirus erkrankten Spielern des SV Sandhausen befand sich kein Zweitliga-Profi im Krankenhaus. Allerdings bestätigte Präsident Jürgen Machmeier die „extremen Verläufe“ des infizierten Quartetts. Unter den Erkrankten ist neben Denis Linsmayer und Ivan Paurevic auch Stammtorhüter Stefanos Kapino. Inwieweit diese Spieler am Donnerstag wieder einsatzbereit sein werden, sollen die wenigen Trainingseinheiten Aufschluss ergeben. Fakt ist, dass der SVS diese Saison noch sieben Begegnungen in 31 Tagen absolvieren muss.

Wenn man als HSV-Fan über den SVS schreibt, dann kommt man natürlich nicht an Dennis Diekmeier vorbei, der acht Jahre das Trikot der Rothosen trug und im Januar 2019 zum SVS wechselte. Seit seinem Debüt als Profispieler absolvierte er 287 Spiele, ohne ein Tor zu erzielen. Damit hielt Dennis den Deutschlandrekord für Feldspieler und wurde zu einer Kultfigur. Am 26. Mai 2020 erzielte Dennis in der Arena in Wiesbaden endlich sein erstes Tor. Sein zweites Profitor war das 5 : 1 im Volkspark gegen seinen EX-Verein.


Der HSV hatte durch die angeordneten Quarantänemaßnahmen gegen den SVS und den KSC zwangsläufig eine längere Spielpause, in der Thioune auf ein Testspiel verzichtete und lediglich ein internes Testspiel durchführen ließ. In dem anstehenden Spiel bei dem SVS steht der HSV gewaltig unter Druck, zumal die Konkurrenten Bochum und Fürth punkten konnten und Holstein Kiel mit seinen Nachholbegegnungen bei positivem Ausgang ebenfalls noch am HSV vorbeiziehen können. Dann sollte man noch auf Düsseldorf und Heidenheim achten, die nur auf die Patzer von den oben stehenden Mannschaften warten.

Am Mittwoch begibt sich der HSV - Tross Richtung Leimen, um von dort nach dem Sandhausenspiel nach  Herzogenaurach weiterzureisen, wo man sich auf die Begegnung gegen Regensburg vorbereitet. Die Personallage scheint entspannt zu sein. Dudziak, der aufgrund eines Gerstenkornes Antibiotika nehmen mußte, sollte am Donnerstag einsatzbereit sein. Ein Einsatz von van Drongelen und T. Leistner scheint sich noch nicht anzubahnen. 

„ Ich freue mich über den Druck, den haben wir uns ja verdient,“ sagte Thioune am Montag. Nun, diesen Druck hätte man sich ersparen können, wenn die Mannschaft in der Rückrunde mit der nötigen Konstanz und Stabilität nicht div. Punkte hergeschenkt hätte. So oder so: Die Kräfteverhältnisse werden am Donnerstag klar verteilt sein. Der HSV trifft auf einen Gegner, der bislang nicht weiß, auf wen er überhaupt setzen kann – und schon mal gar nicht, was er sportlich gerade zu leisten im Stande ist.


Noch ein paar Anmerkungen zu einer außergewöhnlichen Freundschaft zum SV Sandhausen, wie ich sie in dieser Form noch nicht erlebt habe. Der äußerst netten Empfang im November 2018 im Hardtwaldstadion hatte bei den Fans so einen großen Eindruck hinterlassen, dass man die SVS -Anhänger beim Rückspiel zu einer kostenlosen Hafenrundfahrt einlud. Der SVS revanchierte sich zu Weihnachten und zusammen besuchte man den Weihnachtsmarkt in Heidelberg und unternahm eine Schifffahrt auf dem Neckar. Aufsehen erregte natürlich auch die lustige Plakataktion vom SVS .